Reform des Umwelt­rechts wird wirksam

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Reform des Umwelt­rechts wird wirksam

Das neue Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz kommt

np_mueritz_teilgebiet_serrahn-21Am 1. März 2010 tre­ten das neue Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz und das Was­ser­haus­halts­ge­setz in Kraft. Damit gel­ten bun­des­ein­heit­li­che Rechts­grund­la­gen, die das Naturschutz- und Was­ser­recht in Deutsch­land auf einem hohen Niveau har­mo­ni­sie­ren. Das bis­he­ri­ge Rah­men­recht wird abge­schafft. Auf Basis der neu­en Ver­fas­sungs­la­ge wer­den die­se Geset­ze ver­bind­li­che Hand­lungs­grund­la­ge für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sowie für die Arbeit der Voll­zugs­be­hör­den in den Län­dern sein. Bei der Neu­ord­nung des Naturschutz- und des Was­ser­rechts hat der Bund viel­fach auf bewähr­tes Lan­des­recht zurück­ge­grif­fen. Das neue Rechts­be­rei­ni­gungs­ge­setz Umwelt sieht zudem erst­mals bun­des­ein­heit­li­che Rege­lun­gen zur Not­wen­dig­keit einer Umwelt­ver­träg­lich­keits­prü­fung bei bestimm­ten was­ser­wirt­schaft­li­chen und forst­li­chen Vor­ha­ben vor.

Pas­send zum Inter­na­tio­na­len Jahr der Bio­di­ver­si­tät, das die Ver­ein­ten Natio­nen für 2010 aus­ge­ru­fen haben, stellt das neue Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz (BNatSchG) die Siche­rung der bio­lo­gi­schen Viel­falt an die Spit­ze der Zie­le des Natur­schutz­rechts. Damit soll die Viel­falt der Arten und Lebens­räu­me sowie die gene­ti­sche Viel­falt der ein­zel­nen Tier- und Pflan­zen­ar­ten geschützt und einer Gefähr­dung natür­li­cher und natur­na­her Öko­sys­te­me ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den. Erst­mals ein­ge­führt wer­den bun­des­weit unmit­tel­bar gel­ten­de Vor­schrif­ten für den all­ge­mei­nen Schutz aller wild leben­den Tier- und Pflan­zen­ar­ten sowie zur Ein­däm­mung und Bekämp­fung inva­si­ver Arten.

Das BNatSchG zielt auf eine höhe­re Akzep­tanz, wie es sich zum Bei­spiel an den Rege­lun­gen zur Land­schafts­pla­nung zeigt. Hier ist auf der loka­len Ebe­ne eine anlass­be­zo­ge­ne statt einer obli­ga­to­ri­schen Plan­auf­stel­lung vor­ge­se­hen. Die Rege­lun­gen zu Ein­grif­fen in Natur und Land­schaft sind für die Pra­xis fle­xi­bi­li­siert wor­den. Kom­pen­sa­ti­ons­maß­nah­men wer­den nun­mehr im jewei­li­gen Natur­raum ermög­licht, der durch­schnitt­lich die Flä­che von vier bis fünf Land­krei­sen umfasst. Aus­drück­lich klar­ge­stellt wird auch, dass die Inan­spruch­nah­me beson­ders geeig­ne­ter land­wirt­schaft­li­cher Flä­chen nur im not­wen­di­gen Umfang erfol­gen darf.

Durch das neue Was­ser­haus­halts­ge­setz (WHG) wer­den auf Bun­des­ebe­ne erst­mals ein­heit­li­che Vor­ga­ben zur Bewirt­schaf­tung der Ober­flä­chen­ge­wäs­ser, der Küs­ten­ge­wäs­ser und des Grund­was­sers in Kraft tre­ten. Erst­mals ent­hält das WHG auch Vor­schrif­ten zu den Grund­sät­zen der öffent­li­chen Was­ser­ver­sor­gung sowie zum Heilquellenschutz.

Die Vor­schrif­ten über die Bewirt­schaf­tung ober­ir­di­scher Gewäs­ser wer­den um Rege­lun­gen zur Min­dest­was­ser­füh­rung, Durch­gän­gig­keit, Was­ser­kraft­nut­zung sowie zu Gewäs­ser­rand­strei­fen erwei­tert. Die Rege­lun­gen glei­chen Inter­es­sen an der Nut­zung und am Schutz von Gewäs­sern aus. Bei­spiels­wei­se sind geeig­ne­te Maß­nah­men zum Schutz der Fisch­po­pu­la­tio­nen zukünf­tig Vor­aus­set­zung für die Nut­zung der Was­ser­kraft. Im Gewäs­ser­rand­strei­fen, der im Außen­be­reich fünf Meter breit ist, ist künf­tig die Umwand­lung von Grün­land in Acker­land grund­sätz­lich ver­bo­ten. Das gleich gilt für das Ent­fer­nen von stand­ort­ge­rech­ten Bäu­men und Sträu­chern, den Umgang mit was­ser­ge­fähr­den­den Stof­fen sowie die nicht nur zeit­wei­se Abla­ge­rung von Gegen­stän­den, die den Was­ser­ab­fluss behin­dern oder die fort­ge­schwemmt wer­den können.

Die bereits durch das Hoch­was­ser­schutz­ge­setz von 2005 erheb­lich erwei­ter­ten Rah­men­vor­schrif­ten zum Hoch­was­ser­schutz wer­den im neu­en Was­ser­haus­halts­ge­setz zu einer Voll­re­ge­lung aus­ge­baut. Gleich­zei­tig wur­de die EU-Richtlinie über die Bewer­tung und das Manage­ment von Hoch­was­ser­ri­si­ken in das deut­sche Recht umgesetzt.

Die bei­den Kern­stü­cke der von Bun­des­tag und Bun­des­rat vor einem hal­ben Jahr beschlos­se­nen Reform des Umwelt­rechts, das neue Bundesnaturschutz- und das Was­ser­haus­halts­ge­setz, tre­ten in ihren wesent­li­chen Vor­schrif­ten am 1. März 2010 in Kraft. Im Hin­blick auf die neu­en Abwei­chungs­rech­te der Län­der erklärt das Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um: “Der Bund hat sei­ne Haus­auf­ga­ben gemacht. Nun liegt es an den Län­dern, ihre eige­nen Vor­schrif­ten an die neue Rechts­la­ge anzu­pas­sen. Dabei ist Augen­maß gefragt. Die Inten­ti­on der Föde­ra­lis­mus­re­form, eine bun­des­weit ein­heit­li­che und effi­zi­en­te Naturschutz- und Was­ser­haus­halts­po­li­tik zu ermög­li­chen, darf nicht auf der Stre­cke bleiben.”

2016-11-30T16:42:33+00:00 Februar 23rd, 2010|Kategorien: Pressemeldungen|0 Kommentare